Zwischen Salzgitter-Bad mit seinen anstehenden Kalk- und Mergelsteinen des Salzgitter-Höhenzugs und dem flachen Salzgitter-Lebenstedt auf quartären Lockersedimenten liegen geotechnisch Welten. Während im Süden oft verwitterter Fels die Basis bildet, dominieren im Norden und in der Okerniederung bindige Auelehme und Lössderivate mit ausgeprägter Frostempfindlichkeit. Eine standardisierte Bemessung flexibler Fahrbahnen greift in Salzgitter zu kurz, sobald die Tragfähigkeit des Planums stark variiert. Unsere Arbeit beginnt deshalb mit der Frage, wie der mehrschichtige Asphaltaufbau auf die lokalen Steifigkeiten reagiert, bevor wir überhaupt die erste Kornabstufung festlegen. Wer in den Gewerbegebieten von Salzgitter-Thiede oder entlang der Industriestraßen plant, muss mit jahrzehntelangen Setzungen in Auffüllungsbereichen rechnen, was die Wahl des Verformungsmoduls der ungebundenen Schichten direkt beeinflusst. Ergänzend zur klassischen RStO-Dimensionierung ziehen wir bei schwierigen Untergründen einen CBR-Versuch heran, um die tatsächliche Tragfähigkeit des Unterbaus zu quantifizieren, und prüfen in hochverdichteten Bereichen die Ergebnisse einer Rüttelverdichtung, wenn Nachverdichtungspotenzial besteht.
Die Bemessung flexibler Fahrbahnen in Salzgitter muss die Grenze zwischen Frostempfindlichkeitsklasse F2 und F3 am Übergang von Löss zu Auelehm genau abbilden, sonst versagt der Oberbau binnen weniger Frost-Tau-Wechsel.
