Zwischen den Geschiebemergel-Kuppen rund um Salzgitter-Bad und den sandigen Niederungen nahe der Fuhse in Lebenstedt liegen Welten, wenn es um das Schwingungsverhalten des Untergrunds geht. Während der dichte Mergel im Süden Erdbebenwellen relativ steif überträgt, neigen die locker gelagerten quartären Sedimente im Norden zu deutlicher Verstärkung – ein Phänomen, das selbst bei moderaten Beben der Niedersächsischen Bucht kritisch wird. Genau diese lokalen Unterschiede kartiert die seismische Mikrozonierung, indem sie auf MASW-Messungen und Array-basierte Scherwellenprofile setzt. Für ein Bauvorhaben in der Innenstadt von Salzgitter haben wir kürzlich drei Untergrundklassen auf weniger als 800 Metern Distanz identifiziert – ein klarer Beleg dafür, dass pauschale Annahmen aus der Erdbebenkarte DIN EN 1998-1/NA hier nicht ausreichen. Ergänzend sichern wir die Ergebnisse mit tiefen SPT-Bohrungen ab, um die dynamischen Kennwerte direkt am Bohrkern zu validieren.
In Salzgitter wechseln die Untergrundklassen oft auf weniger als 500 Metern – eine pauschale Einstufung nach Nachbarbebauung führt zu teuren Fehlbemessungen.
