Auf der Industriestraße Mitte in Salzgitter wurde kürzlich eine starre Fahrbahndecke für den Schwerlastverkehr einer Stahlumschlaghalle erneuert. Der alte Beton zeigte nach zehn Jahren Eckabplatzungen und Rissbilder, die auf unzureichende Kenntnis des darunterliegenden Lößlehms zurückzuführen waren. Die Plattengeometrie war für die tatsächlichen Radlasten der Gabelstapler und Tieflader nicht ausgelegt. In unserer Erfahrung aus Projekten in Lebenstedt und Salzgitter-Bad beginnt die Bemessung starrer Fahrbahnen nicht beim Beton, sondern bei der Tragfähigkeit des Planums. Ein CBR-Wert allein reicht für starre Systeme nicht aus; wir brauchen das Verformungsmodul Ev2 auf OK Planum und die dynamische Biegezugfestigkeit des Betons, um die Plattendicke wirklich sicher auszulegen. Gerade auf den künstlichen Auffüllungen, die in Salzgitter durch Bergbau und Hüttensand verbreitet sind, spielt die Setzungsprognose unter zyklischer Belastung eine entscheidende Rolle. Die Kombination aus Plattendruckversuchen und der Bestimmung des Bettungsmoduls gibt uns die Kennwerte, die das Westergaard-Verfahren für die Spannungsermittlung in der Plattenmitte und an den Rändern verlangt. Ohne diese standortbezogene Kalibrierung wird jede Standardlösung zum Risiko, sobald die Verkehrslast über das Niveau einer Wohnstraße hinausgeht.
Eine starre Fahrbahn ist ein statisches System, kein Belag – die Platte trägt Lasten durch Biegung ab und braucht dafür einen Bettungsmodul, den wir messtechnisch bestimmen.
