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Standard Penetration Test (SPT) in Salzgitter: Bodenkennwerte für sichere Gründungen

Praxisnahe Geotechnik, feldgeprüft.

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Wenn wir in Salzgitter mit einer SPT-Sonde anfahren, wissen wir vorher nie genau, was uns erwartet. Das Stadtgebiet ist geologisch zweigeteilt: Im Norden dominieren die kreidezeitlichen Kalk- und Mergelsteine der Innerste-Mulde, während Richtung Süden und Südwesten zunehmend Lockergesteine des Quartärs auftreten – sandige Kiese, Beckenschluffe und stellenweise Auenlehm über dem Festgestein. Genau diese Wechselhaftigkeit macht den Standard Penetration Test hier so wertvoll. Eine Sondierung mit der schweren Rammsonde liefert zwar kontinuierliche Daten, aber das SPT-Verfahren erlaubt uns zusätzlich die Gewinnung gestörter Bodenproben direkt aus dem Bohrloch. Für Bauvorhaben im Bereich Lebenstedt oder Thiede kombinieren wir das SPT daher oft mit Korngrößenanalysen aus demselben Bohrpunkt, um die Einstufung nach DIN 18196 sofort abzusichern.

Ein einziger SPT-Versuch in Salzgitter liefert Ihnen N30-Wert, Bodenansprache und eine gestörte Probe – drei Datensätze aus einem Bohrloch.

Unsere Leistungsbereiche

Methodik und Umfang

Ein wiederkehrender Fehler bei Baugrundgutachten in der Region ist die Annahme, dass der unterlagernde Kalkstein durchgängig tragfähig sei. Die Kalksteine von Salzgitter sind jedoch stark verkarstet – Hohlräume und mit weichem Ton verfüllte Spalten sind keine Seltenheit. Wir treiben die SPT-Sonde deshalb oft tiefer als ursprünglich geplant, um einen abrupten Abfall der Schlagzahlen zu erkennen, der auf einen solchen Karsthohlraum hindeutet. Das Verfahren selbst folgt strikt der DIN EN ISO 22476-3: Die Sonde mit 51 mm Außendurchmesser wird mit einem 63,5 kg schweren Fallhammer aus 760 mm Fallhöhe angetrieben, und wir notieren die Schlagzahlen für jeweils 15 cm Eindringung. Der N30-Wert – die Summe der Schläge über die mittleren 30 cm – ist die Basis für alle Korrelationen. Bei rolligen Böden leiten wir daraus die bezogene Lagerungsdichte ab, bei bindigen Schichten die Konsistenz, und über die Korrelation nach Stroud (1974) lässt sich die undränierte Scherfestigkeit cu abschätzen. Zusätzlich fließen die Ergebnisse in Setzungsberechnungen ein, wenn im Umfeld ehemaliger Erztagebaue mit Auffüllungen zu rechnen ist. Die gewonnenen Proben werden im akkreditierten Labor sofort auf ihren natürlichen Wassergehalt geprüft, und bei tonigen Lagen ergänzen wir die SPT-Kampagne durch Atterberg-Versuche, um die Plastizitätseigenschaften zu quantifizieren.
Standard Penetration Test (SPT) in Salzgitter: Bodenkennwerte für sichere Gründungen
Technische Referenz — Salzgitter

Lokale Besonderheiten

Auf dem Bohrplatz in Salzgitter steht ein dieselhydraulisches Raupenbohrgerät mit automatischem SPT-Hammer. Das ist nicht das leichte Kleingerät, das man für drei Meter Tiefe ansetzt – wir reden hier von einem 12-Tonnen-Gerät mit Verrohrungskapazität. Warum? Weil die quartären Sande und Kiese im südlichen Stadtgebiet oft unter Grundwasserdruck stehen. Ohne Verrohrung kollabiert das Bohrloch, bevor die Sonde die Endtiefe erreicht. Das größere Risiko ist jedoch die Fehlinterpretation der Schlagzahlen. Ein N30 von 15 in einem grobkörnigen, kantigen Kalksteinkies bedeutet etwas völlig anderes als N30=15 in einem gleichförmigen Mittelsand mit Muskovit-Anteilen. Wer hier nur stumpf Tabellenwerte übernimmt, ohne die mineralogische Zusammensetzung und Kornform zu berücksichtigen, setzt bei der Gründungsbemessung falsch an. Unser Bohrteam dokumentiert deshalb jeden Kernmarsch fotografisch und beschreibt die Lithologie direkt vor Ort. Bei Verdacht auf Steine oder Blöcke – im Hangschutt am Salzgitterschen Höhenzug keine Seltenheit – wird der Versuch abgebrochen und durch einen CPT-Versuch oder eine Kernbohrung ergänzt, um die Sondenspitze nicht zu zerstören.

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Geltende Normen

DIN EN ISO 22476-3:2012-03 – Rammsondierungen, SPT, DIN 4020:2010-12 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DIN EN 1997-2:2010-10 – Eurocode 7: Erkundung und Untersuchung des Baugrunds, DIN 18196:2011-05 – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
NormverfahrenDIN EN ISO 22476-3:2012-03
Fallhammer Masse63,5 kg ± 0,5 kg
Fallhöhe760 mm ± 10 mm
SondengestängeAW-Stange, Ø 43,7 mm
SondenspitzeMassiv, 51 mm Außen-Ø, 35 mm Innen-Ø
Eindringungsmessung3 x 15 cm, N30 = Schläge über 30 cm
Typische Bohrtiefe Salzgitter6 m bis 25 m, je nach Baugrundmodell
BerichtumfangSchichtenverzeichnis, N30-Diagramm, Laborergebnisse

Häufige Fragen

Was kostet eine SPT-Bohrung in Salzgitter pro laufendem Meter?

Für eine SPT-Bohrung in Salzgitter müssen Sie mit Gesamtkosten zwischen €440 und €640 pro Bohrpunkt rechnen, abhängig von Endtiefe, erforderlicher Verrohrung und Anzahl der SPT-Versuche innerhalb des Bohrlochs. Eine Pauschale von €440 deckt üblicherweise einen Ansatzpunkt mit bis zu 10 m Tiefe und zwei SPT-Tests ab. Bei größeren Tiefen oder schwierigen Zugangsverhältnissen – etwa im Hanggelände am Salzgitterschen Höhenzug – steigen die Kosten auf bis zu €640. Enthalten sind Anfahrt, Bohrgerät mit Bedienmannschaft, SPT-Ausrüstung, Probentransport ins Labor und der Prüfbericht mit Schichtenverzeichnis und N30-Diagramm.

Bis zu welcher Tiefe ist ein SPT in den Kalksteinschichten von Salzgitter sinnvoll?

In den kreidezeitlichen Kalksteinen des nördlichen Salzgitter ist ein SPT nur bis zur Felsoberkante sinnvoll. Sobald der verwitterte Kalkstein ansteht und die Schlagzahlen sprunghaft über 50 steigen, wird das Verfahren ungenau und kann die Sonde beschädigen. Wir setzen den SPT in solchen Fällen als Abgrenzungsmethode ein – er zeigt zuverlässig den Übergang vom Lockergestein zum Festgestein an. Für die Erkundung des klüftigen Kalksteins selbst empfehlen wir dann eine Kernbohrung mit durchgehendem Gewinn von Bohrkernen nach DIN EN ISO 22475-1.

Wie viele SPT-Punkte brauche ich für ein Einfamilienhaus in Thiede?

Für ein Einfamilienhaus in Thiede, einem der südlichen Stadtteile Salzgitters mit quartären Lockergesteinen, sind nach DIN 4020 mindestens zwei SPT-Bohrungen erforderlich. Bei einer Grundfläche über 150 m² empfehlen wir drei Aufschlusspunkte, die im Dreieck angeordnet werden. Entscheidend ist, dass mindestens eine Bohrung die geplante Gründungstiefe um 3 Meter unterschreitet. In Thiede mit seinen teils setzungsempfindlichen Auenlehmen über Kiesen achten wir darauf, dass die SPT-Sondierung jede weiche Zwischenschicht erfasst.

Welche Bodenproben gewinne ich aus einem SPT-Versuch?

Der SPT liefert gestörte Bodenproben der Güteklasse 3 nach DIN EN ISO 22475-1. Das Material aus dem 50 mm weiten SPT-Schuh ist für Bodenansprache, Korngrößenanalyse, Wassergehaltsbestimmung und Atterberg-Versuche geeignet – nicht jedoch für Scherversuche oder Kompressionsversuche, die ungestörte Proben erfordern. Unser Bohrteam in Salzgitter führt parallel zum SPT in ausgewählten Tiefen auch Ausstechzylinder-Proben (Güteklasse 1) ein, wenn wir bindige Schichten antreffen, die für eine spätere Triaxialprüfung in Frage kommen.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Salzgitter und seinem Großraum.

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