Die quartären Beckensedimente unter Salzgitter, geprägt von Lösslehm, Geschiebemergel und teils aufgeweichten Tonen der Kreide, stellen für den Straßenbau eine echte Herausforderung dar. Wo die B 248 oder Zubringer zur A 39 erneuert werden, reicht eine einfache Verdichtungskontrolle selten aus. Der CBR-Versuch – hier in Salzgitter meist als Labor-CBR an eingeschlagenen Zylinderproben oder nach gezielter Proctor-Vorbereitung durchgeführt – liefert den entscheidenden Kennwert für die Dimensionierung des Oberbaus. Im Stadtgebiet mit seinen rund 104.000 Einwohnern und den weitläufigen Industriearealen der Salzgitter AG sehen wir immer wieder, dass die natürliche Tragfähigkeit des Planums ohne Nachbehandlung nicht ausreicht, um die nach RStO geforderten Verformungsmoduln zu erreichen. Unser Labor bestimmt den CBR-Wert bei optimalem Wassergehalt und nach Wasserlagerung, sodass der Bauherr eine belastbare Grundlage für die Wahl zwischen Frostschutzschicht, Bodenverfestigung oder Bodenaustausch erhält. Die Nähe zum Salzgitter-Höhenzug mit seinen steiferen Kalkmergelböden im Süden erlaubt mancherorts auch wirtschaftlichere Aufbauten, wenn die CBR-Werte dies bestätigen.
Ein einzelner CBR-Wert ohne Wasserlagerung kann im Salzgitteraner Becken eine ausreichende Tragfähigkeit vortäuschen, die nach dem ersten nassen Winter nicht mehr existiert.
