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Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Salzgitter – kf-Werte, die dem Baugrund standhalten

Praxisnahe Geotechnik, feldgeprüft.

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Salzgitter ist keine Stadt, in der man den Untergrund pauschal beurteilen kann. Die geologische Situation reicht von verwitterten Tonsteinen des Jura über pleistozäne Sand- und Kieslagen bis zu aufgefüllten Industriebrachen, die von über 100 Jahren Stahlproduktion zeugen. Genau hier setzt der Felddurchlässigkeitsversuch nach Lefranc und Lugeon an: Er liefert die tatsächliche Durchlässigkeit im ungestörten Gebirge, nicht den abgeschätzten Wert aus einer Korntabelle. Ob für Versickerungsanlagen im Norden der Stadt oder die Abdichtung einer Baugrube im Grundwasser bei Lebenstedt – das Laborteam führt die Versuche nach DIN EN ISO 22282-2 und -3 durch und dokumentiert jeden Meter Bohrloch so, dass er einer geotechnischen Nachweisführung standhält. Ergänzend ziehen wir bei Frage nach der Kornverteilung eine Korngrößenanalyse hinzu, wenn der Boden dies zulässt, und bewerten die Verdichtungsfähigkeit mit dem Proctor-Versuch für anstehenden Erdplanumsboden.

Ein einziger in-situ-Versuch erspart oft drei Laborproben, weil er das Kluftnetz mitmisst, das im Kernkasten verschwindet.

Unsere Leistungsbereiche

Methodik und Umfang

Die quartären Talfüllungen entlang der Fuhse und die Geschiebemergelbänke am Rande des Salzgitter-Höhenzugs verhalten sich hydraulisch grundverschieden. Ein Lugeon-Test in geklüftetem Tonstein zeigt oft Werte unter 5·10⁻⁸ m/s – bis eine Störungszone den Wert sprunghaft auf 10⁻⁵ m/s anhebt. Der Lefranc-Versuch in sandig-kiesigen Auelehmen liefert dagegen reproduzierbare kf-Werte zwischen 10⁻⁴ und 10⁻⁶ m/s, die direkt in das Sickermodell der Regenwasserversickerung einfließen. Unsere Messtechnik setzt auf elektronische Druckaufnehmer mit automatischer Loggung; dadurch erkennen wir bereits während des Versuchs, ob ein stationärer Fließzustand erreicht ist oder ob Sickerstrecken durch Ausspülung blockieren. Die Auswertung erfolgt nach den Ansätzen von Hvorslev für den Lefranc-Test und nach der Methode Moye für den Lugeon-Test, dokumentiert in einem Prüfbericht, der von jedem Baugrundgutachter direkt übernommen werden kann.
Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Salzgitter – kf-Werte, die dem Baugrund standhalten
Technische Referenz — Salzgitter

Lokale Besonderheiten

In Salzgitter sehen wir regelmäßig, dass Bauherren den kf-Wert aus der Erfahrung ähnlicher Bauplätze übernehmen und damit scheitern. Eine 3 m tiefe Baugrube in der Nähe des Salzgittersees stand innerhalb eines Tages unter Wasser, weil eine vermeintlich dichte Mergelschicht von einer sandigen Rinne durchzogen war, die im Schichtenverzeichnis der Vorerkundung nicht auftauchte. Der Schaden lag im sechsstelligen Bereich – vermeidbar durch zwei gezielte Lefranc-Versuche in der Rinne. Auch bei der Dimensionierung von Injektionskörpern unter dem hohen Grundwasserdruck im Bereich des ehemaligen Erztagebaus Finkenkuhle kann man sich nicht auf Laborwerte verlassen; die Klüftung dominiert den Wassertransport, und nur der Lugeon-Test bildet sie ab. Wer den Versuch auslässt, riskiert Wasserhaltungskosten und Terminverzug, die den Aufwand der Erkundung um ein Vielfaches übersteigen.

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Geltende Normen

DIN EN ISO 22282-2:2012 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Teil 2: Versickerungsversuche im Bohrloch (Lefranc), DIN EN ISO 22282-3:2012 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Teil 3: Wasserdruckversuche im Fels (Lugeon), DWA-A 138 – Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser, DIN 4020 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke

Technische Parameter

ParameterTypischer Wert
VersuchstypLefranc (offene/kiesige Böden) · Lugeon (Fels/Kluftgesteine)
Normative GrundlageDIN EN ISO 22282-2 (Lefranc) · DIN EN ISO 22282-3 (Lugeon)
MessprinzipAuffüllversuch mit elektronischer Druck- und Volumenstromerfassung
Typischer kf-Bereich10⁻⁸ m/s (dichter Tonstein) bis 10⁻⁴ m/s (sandiger Kies)
Bohrlochdurchmesser86–146 mm, abhängig von Lithologie und Teststrecke
Erforderliches BohrlochVerrohrt oder unverrohrt, Spülung muss abgestellt sein
Berichtsumfangkf-Wert je Teststrecke, Fließdiagramme, Protokoll der Einbaubedingungen

Häufige Fragen

Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in Salzgitter?

Ein einzelner Lefranc- oder Lugeon-Versuch liegt in Salzgitter üblicherweise zwischen 560 € und 920 €, abhängig von der Teststreckenlänge, der erforderlichen Bohrlochvorbereitung und der Anzahl der Druckstufen. Enthalten sind das komplette Messequipment, die elektronische Datenaufzeichnung und der auswertende Prüfbericht.

Wann brauche ich einen Lugeon-Test und wann einen Lefranc-Versuch?

Der Lugeon-Test ist für Fels und stark verwittertes, geklüftetes Gebirge konzipiert, wie es im Salzgitter-Höhenzug auftritt – er misst die Wasseraufnahme des Kluftsystems unter gestaffeltem Druck. Der Lefranc-Versuch arbeitet dagegen im Lockergestein (Sand, Kies, Geschiebemergel) mit konstantem oder fallendem Wasserspiegel und liefert den kf-Wert der gesättigten Zone. Die Entscheidung treffen wir vor Ort nach dem Bohrprofil.

Wie viele Versuche sind für ein Versickerungsgutachten nötig?

Die DWA-A 138 fordert für Versickerungsanlagen mindestens einen Versuch pro homogener Bodenschicht, in der Regel zwei bis drei Tests pro Baufläche. Bei wechselhafter Geologie – wie in den Talfüllungen der Fuhse – empfehlen wir zusätzliche Versuche in den Randbereichen, um laterale Inhomogenitäten zu erfassen.

Kann der Versuch auch in bestehenden Grundwassermessstellen durchgeführt werden?

Ja, sofern der Ausbau es zulässt. Voraussetzung ist ein ausreichender Filterkies und eine ungestörte Sickerstrecke ohne Versandung. Wir prüfen die Messstelle vorab mit einer Kamerabefahrung und entscheiden dann, ob ein Lefranc-Versuch im offenen Bohrloch oder in der Messstelle aussagekräftiger ist.

Wie lange dauert ein Durchlässigkeitsversuch?

Ein einzelner Testabschnitt benötigt je nach Untergrund zwischen einer und drei Stunden, bis der stationäre Fließzustand erreicht ist. Bei Lugeon-Tests mit fünf Druckstufen kann die Dauer auf vier Stunden steigen. Der vollständige Bericht liegt in der Regel drei Werktage nach Versuchsende vor.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Salzgitter und seinem Großraum.

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