Ein neues Bürogebäude in Lebenstedt, fünf Geschosse auf einem alten Ackerboden – der Bauherr war überzeugt, die Bodenklasse aus dem alten Baugrundgutachten würde noch passen. Die erste MASW-Messung zeigte dann VS30-Werte unter 200 m/s. Ohne seismische Nachbemessung wäre das gesamte Erdbebennachweisverfahren falsch gelaufen. Genau das sehen wir in Salzgitter immer wieder: Die oberflächennahen Lockergesteine aus der Eiszeit täuschen einen tragfähigen Baugrund vor, aber die Scherwellengeschwindigkeit in 30 Metern Tiefe offenbart eine ganz andere Dynamik. Gerade in den Gebieten zwischen Salzgitter-Bad und Thiede mit ihren unterschiedlichen geologischen Schichten ist eine reine Sondierung oft nicht genug. Wir setzen die MASW-Methode ein, um das Schicht-Schermodul direkt zu messen. In Kombination mit einer SPT-Bohrung lassen sich die dynamischen Kennwerte dann direkt mit den Sondierergebnissen korrelieren – das spart Zeit bei der Baugrundmodellierung.
Die VS30 aus der MASW-Messung ist kein Zuschlagswert, sondern die einzige direkte Messgröße für die dynamische Baugrundsteifigkeit.
