Ein häufiger Fehler in Salzgitter ist die Annahme, der Untergrund sei homogen und unkritisch – bis die erste Baugrube in einer alten Auffüllung oder über einem ausgelaugten Salinarspiegel steht. Die Schürfgruben liefern hier den direkten Einblick, den kein indirektes Verfahren ersetzen kann. In den Hangbereichen von Salzgitter-Bad oder auf den Industriebrachen nahe der Stahlwerke trifft man regelmäßig auf anthropogene Auffüllungen, die in ihrer Zusammensetzung stark variieren. Eine Sondierung mittels Schürfgrube erlaubt uns, das Schichtenprofil anzusprechen, Bodenproben gestört und ungestört zu entnehmen und die tatsächliche Lagerungsdichte zu beurteilen – deutlich verlässlicher als eine reine Rammsondierung. Ergänzend setzen wir auf die Korngrößenanalyse, um die Klassifikation nach DIN EN ISO 17892 zu präzisieren, und auf den CPT-Versuch, wenn in tieferen Lagen ein durchgängiges Drucksondierprofil gefragt ist.
Eine einzelne Schürfgrube erspart oft mehr Nachträge als zehn Rammsondierungen zusammen.
